Höhere Ammonium-N-Gehalte in Nmin-Proben – der Effekt von Frost-Tau-Zyklen
Aktuell finden sich in manchen Nmin-Proben in der oberen Schicht (0 – 30 cm) höhere Ammonium-N-Gehalte als gewohnt.
Dies ist ein Effekt der intensiven Frost-Tau-Zyklen der 2. und 3. Märzwoche mit Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht von teilweise über 15 °C.
Das Auftauen gefrorener Böden führt zu einer Zunahme der mikrobiellen Atmung, obwohl dabei ein Teil der Mikroben-Biomasse abgetötet wird. Die toten Mikroben lösen sich auf, und deren Inhaltsstoffe – z. Beispiel leicht lösliche Kohlenhydrate und Aminosäuren – stehen den überlebenden Mikroorganismen zur Verfügung. Dies führt wiederum dazu, dass sich deren Aktivität deutlich erhöht, was man an einer sehr schnellen Zunahme der Bodenatmung feststellen kann. Durch die hohen Tag-Nacht-Unterschiede der Temperatur und die intensive Einstrahlung auf den teilweise noch unbedeckten Boden wird dieser Effekt verstärkt. Auch die Aufeinanderfolge mehrerer Frost-Tau-Zyklen hintereinander trägt dazu bei.
Von den Aminosäuren wird Ammoniak abgespalten, das anschließend im Boden als Ammonium-Stickstoff vorliegt. Es wird nicht in der gleichen Geschwindigkeit zu Nitrat umgewandelt, wie es im Boden entsteht, und ist daher für einige Tage als pflanzenverfügbarer Ammonium-Stickstoff sichtbar.
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