Chlorat-Rückstände in Lebensmitteln-Übergangsregelung wurde aufgehoben

Neue Referenzwerte und zeitnahe EU-Regelung einer neuen gesetzlichen Höchstmenge für Chloratrückstände

Chlorate sind Salze der Chlorsäure und wurden in der Vergangenheit als Herbizid (Unkrautbekämpfung) eingesetzt, was heutzutage nicht mehr gestattet ist. Jedoch kann Chlorat durch die Anwendung von chlorhaltigen Substanzen zur Desinfektion und Reinigung entstehen. So ist es z.B. möglich, dass Rückstände von Chlorat auf pflanzlichen Lebensmitteln durch Bewässerung verbleiben. Vergleichbar mit der Wirkung von Perchlorat kann Chlorat eine Schädigung der roten Blutkörperchen, sowie eine Hemmung der Jodidaufnahme in der Schilddrüse bewirken.

Für Chlorat als ehemaliger Pflanzenschutzmittelwirkstoff, wie auch als Rückstand aus anderen Ursachen als der Pflanzenschutzmittelapplikation gilt die allgemeine Pflanzenschutzmittel-Rückstands-Höchstmenge für ungeregelte Wirkstoffe von 0,01 mg/kg nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 für die dort geregelten Lebensmittel. Die zuständige EU-Kommission wird zeitnah neue Höchstgehalte für Chlorat festlegen. Bis zu einer Anpassung des Höchstgehalts von Chlorat auf europäischer Ebene ist es den Mitgliedstaaten freigestellt, eigene Aktionswerte zu empfehlen. Mit dem 10. Oktober 2014 wurden übergangsweise bestimmte Höchstmengen (z.B. 0,1 mg/kg für alle pflanzlichen Produkte der Anlage 1 der Verordnung EG Nr. 396/2005 außer Gemüse) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgeschlagen. Für die akute Risikobewertung galt bislang der Vorschlag vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den vorhandenen Wert der erlaubten Tagesdosis (Acceptable Daily Intake - ADI) von 0,01 mg/kg Körpergewicht ebenfalls für die akute Referenzdosis (ARfD) zu verwenden.

Das BMEL hält mit einem Schreiben vom 6. Juli 2015 die Empfehlung für die vorläufig festgelegten nationalen Grenz- und Referenzwerte vom 10. Oktober 2014 nicht aufrecht und regt nunmehr an, auf Basis von neuen Werten des EFSA-PRIMo-Models unter Anwendung des ARfD-Wertes von 0,036 mg/kg zu prüfen, ob ein Lebensmittel sicher ist. Damit wurde der ARfD-Wert heraufgesetzt. Für die Bewertung des chronischen Risikos wird von der EFSA eine neue tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (Tolerable Daily Intake – TDI-Wert) von 0,003 mg/kg Körpergewicht vorgeschlagen, womit der vorherige Wert deutlich abgesenkt wurde. In Kürze wird die EU-Kommission auf Grundlage der neuen toxikologischen Werte neue Höchstgehalte für Chlorat festlegen.

Für den sicheren Nachweis von Chlorat in Lebensmitteln oder sonstigen Matrices bietet die LUFA-Nord-West Untersuchung mittels LC-MS/MS mit niedrigen Nachweisgrenzen (< 0,01 mg/kg) an. Eine akute Risikoabschätzung (Ausschöpfung des ARfD-Wertes) erfolgt regelmäßig in unseren Prüfberichten.






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