Perchlorat - Neue Referenzwerte für Lebensmittel

Perchlorat kann zu einer Hemmung der Jod-Aufnahme und damit zu Veränderungen des Schilddrüsen-Hormonspiegels mit weitreichenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.



Mit einer Auswertung der seit September 2013 verfügbaren Perchlorat-Daten hat die Europäische Kommission mit dem Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (STALuT) überarbeitete Referenzwerte beschlossen, die ab dem 16. März 2015 gelten. Diese Werte ersetzen die bisherigen Werte vom 16. Juli 2013, die damit größtenteils herabgesetzt werden. Die unten genannten Referenzwerte sind als vorläufig anzusehen, bis weitere Daten bzgl. Perchlorat in Lebensmitteln zur Verfügung stehen:




Obst und Gemüse: 0,1 mg/kg
Blattgemüse und Cucurbitaceae: 0,2 mg/kg, außer:
   - Sellerie und Spinat (Gewächshaus/geschützter Anbau): 0,5 mg/kg
   - Kräuter, Kopfsalat und Salatpflanzen (inkl. Rucola; Gewächshaus/geschützter Anbau): 1,0 mg/kg
Getrocknete Gewürze (außer getrocknete Kräuter und Paprika), getrockneter Hopfen: 0,5 mg/kg
Tee (Camellia sinensis), getrocknet: 0,75 mg/kg
Kräuter- und Früchtetee, getrocknet: 1,0 mg/kg
Fertige Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder: 0,02 mg/kg
Andere Lebensmittel: 0,05 mg/kg

Bereits im Oktober 2014 hat die EFSA mit einer Stellungnahme (EFSA Journal, 2014; 12(10): 3869) eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,3 µg/kg Körpergewicht/Tag für gesunde Erwachsene abgeleitet, wobei die Abschätzung des chronischen und akuten Risikos im Mittelpunkt stand.
Begründet wurde dieser Wert damit, dass mit einer länger-andauernden 50%igen Hemmung der Jodaufnahme in die Schilddrüse eine Kropfbildung (Struma) einhergehen kann.
Jedoch heißt es weiter in der EFSA-Stellungnahme, dass für die in dieser Studie untersuchten Gehaltdaten für Perchlorat (ca. 4700 Daten, gefundene Höchstgehalte:
Blattgemüse ca. 0,058 mg/kg, frische Kräuter ca. 0,074 mg/kg) ein akutes Risiko für alle Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen werden kann und daher eine Festlegung einer akuten Referenzdosis (ARfD) nicht gerechtfertigt ist.

Für den sicheren Nachweis von Perchlorat in Lebensmitteln oder sonstigen Matrices, bietet die LUFA-Nord-West Untersuchung mit niedrigen Nachweisgrenzen (< 0,01 mg/kg) an.


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Dr. Rommerskirchen, Florian

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