Pferdefutter

Die stetig wachsende Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Pferdefutter veranlasst immer mehr Pferdehalter das Grundfutter für Pferde untersuchen zu lassen.

Dabei ist qualitativ hochwertiges Grundfutter besonders wichtig für die Gesundheit der Pferde, da ein Großteil der Versorgung mit Energie und vor allem mit der besonders wichtigen Faser über das Heu oder speziell für Pferde hergestellte Grassilage (Heulage) erfolgt. Heulage ist im Gegensatz zu Grassilage, die für die Fütterung von Rindern hergestellt wird trockener. Der Erntezeitpunkt liegt wie bei Pferdeheu spät in der Vegetationsperiode und das Gras wird oft überständig geerntet. Somit sinkt der Energiegehalt und der Fasergehalt nimmt zu. Die Feldliegezeit und somit der Anwelkgrad ist im Gegensatz zu Rindersilagen länger bzw. höher. Daraus resultiert die höhere Trockensubstanz, die der Name Heulage schon verrät. Pferde nehmen bei artgerechter Fütterung pro 100 kg Körpermasse (KM) ca. 1 kg Trockensubstanz (TS) Grundfutter auf. Bei schlechter Qualität des Grundfutters kann diese Menge an aufgenommenem Futter leicht zu gesundheitlichen Einschränkungen beim Tier führen.



Um Pferde gesund und artgerecht zu füttern, sollten Pferdebesitzer bzw. Stallbetreiber über die Zusammensetzung und die mikrobielle Belastung des verfütterten Grundfutters Kenntnis haben. Bei der Verfütterung von Heulage an Pferde kann die Gärqualität Aufschluss über die Futterqualität und den Silierprozess geben.

Die untersuchten Heuproben der aktuellen Saison weisen eine durchschnittliche Trockensubstanz (TS) von 84,1 % auf und liegen so unter dem empfohlenen Zielwert von 85 %. Im Tabelle 1 sind die Durchschnittswerte dargestellt. Dabei fallen neben dem niedrigen TS-Gehalt, der ebenfalls niedrige Proteingehalt und der relativ hohe Fasergehalt der aktuellen Heuernte auf. Protein – und Fasergehalte deuten auf einen späten Schnittzeitpunkt hin, bzw. zeigt die früh einsetzende Vegetationsperiode im Jahr 2014, sodass das Gras zu einem späteren Entwicklungsstadium gemäht wurde, als in den vergangenen Jahren.

Tabelle 1: Auswertung der Heuernte 2014

2014 ist die Energiebewertung für Pferdefutter von der verdaulichen Energie (DE) umgestellt worden auf die umsetzbare Energie (ME). Dabei werden bei der Energieschätzung jetzt auch die Energieverluste beim Verdauungsprozess über Methanenergie und über renale Verluste berücksichtigt, mit der Konsequenz, dass Futtermittel mit hohen Protein- oder Rohfaseranteilen mit einem geringeren Energiegehalt ausgewiesen werden.

Auch der Fruktangehalt bekommt immer mehr Bedeutung. Vor allem bei der Fütterung von Rehepferden ist die Kenntnis über die Höhe des Fruktangehalts wichtig für die Rationsgestaltung. Durchschnittlich liegt der Wert bei der diesjährigen Heuernte bei 4,1 % in der TS.

In Tabelle 2 sind die Durchschnittswerte für Grassilage mit über 65 % TS dargestellt. Dabei handelt es sich jedoch nicht ausschließlich um Heulagen für die Verfütterung an Pferde, sondern teilweise auch um sehr trockene Grassilagen die für die Verfütterung an Rinder hergestellt worden sind. Daraus resultierend liegt der durchschnittliche Proteingehalt bei 14 % in der TS und überschreitet somit den Zielwert um 2 %. Es kann hier aber davon ausgegangen werden, dass die in der Statistik enthaltenen trockenen Rindergrassilagen für den erhöhten Proteingehalt mitverantwortlich sind. Der Zuckergehalt ist vergleichbar mit dem im Heu. Der Rohfasergehalt liegt genau im Zielbereich und ist etwas geringer als im Heu. Der Fruktangehalt liegt im Durchschnitt bei 3,2 % in der TS. Die Umsetzbare Energie liegt durchschnittlich bei 7 MJ/kg TS und ist nur um 0,2 % höher als im Durchschnitt der Heuproben.

Tabelle 2: Auswertung der aktuellen Grassilage mit einem TS-Gehalt über 65 %

Der pH-Wert liegt in der Heulage durchschnittlich bei 5,4 mit einer Schwankungsbreite von 3,8 bis 6,4. Bei der in Ballen hergestellten, oft sehr trockenen Heulage für Pferde erfolgt die Konservierung weniger über die Bildung von Gärsäuren, sondern vielmehr über den Luftabschluss und die Veratmung des zurückbleibenden Sauerstoffs durch Mikroorganismen und das daraus entstehende Kohlenstoffdioxid. Bei einer optimalen Gärung entsteht jedoch im Optimalfall eine gewisse Menge an Milchsäure. Bei den untersuchten Heulagen bei der LUFA Nord-West im Mittel 0,12 % Milchsäure in der TS. Der Zielwert für eine gute Grassilage für die Verfütterung an Rinder sollte über 5 % Milchsäure in der TS betragen, dieser Wert ist jedoch bei trockener Ballensilage für eine gute Konservierung nicht erforderlich.

Der Magen von Pferden ist in zwei Bereiche unterteilt. Im ersten Bereich liegt der pH-Wert bei 5,5 durch den Einfluss von Speichel. Im zweiten Bereich bei 2,5 zur Abtötung von schädlichen Keimen. Der durchschnittliche pH-Wert der Heulagen liegt somit genau im optimalen Bereich für den Pferdemagen.

In Tabelle 3 sind die durchschnittlichen Mineralstoff -und Spurenelementgehalte der aktuellen Heuproben aufgeführt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren unterliegen die durchschnittlichen Werte kaum Schwankungen. Jedoch sind die Schwankungsbreiten zwischen den einzelnen Proben sehr hoch, sodass eine bedarfsdeckende Rationsberechnung kaum ohne das Wissen der Gehalte an Mineralstoffen und Spurenelementen im Futter gegeben sein kann.

Tabelle 3: Durchschnittliche Mengenelement und Spurenelementgehalte der aktuellen Heuernte

Zusammenfassung:

Insgesamt zeigen die umfangreichen Untersuchungsergebnisse mit großen Schwankungsbreiten die Notwendigkeit, das Grundfutter für Pferde untersuchen zu lassen, um anhand der Ergebnisse die optimale Ration aufzustellen und die Qualität des Futters beurteilen zu können. Vor allem für die Fütterung von Rehepferden, Allergikern und zur Kolik neigenden Pferden gibt eine gezielte Futteranalyse Aufschluss über die Eignung des Futters.





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